»Neuausrichtung LVR-LandesMuseum, Bonn«
Thema: Bauen im Bestand, Kultur

  • Bauherr: Landschaftsverband Rheinland
  • Nutzung: Museum
  • Standort: Bonn
  • BGF: 31.195 m2
  • BRI: 135.700 m3
  • Fotografie: Roland Halbe

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»Neuausrichtung LVR-LandesMuseum, Bonn«
Thema: Bauen im Bestand, Kultur

Bereits 2003 wurde das LVR LandesMuseum Bonn von dem Stuttgarter Architekturbüro Herrmann+Bosch Architekten in Zusammenarbeit mit Atelier Lohrer und Atelier 77 erfolgreich saniert und erweitert. Anlässlich seines 200-jährigen Bestehens wurde das Museum 2020 erneut von Herrmann+Bosch Architekten umgebaut. Von besonderer Bedeutung waren für den Bauherren – den Landschaftsverband Rheinland – dabei alle Aspekte der Inklusion. Daneben gab es auch einige räumliche Umstrukturierungen im Erd- und Untergeschoss, wodurch die Foyers und der Eingangsbereich an Attraktivität gewonnen haben.
Die wichtigste Maßnahme im Sinne der Inklusion war der Einbau eines Aufzuges, der alle Ebenen bis hoch zur Dachterrasse barrierefrei verbindet. Wie eine gläserne Vitrine steht er unübersehbar mitten im Gebäude. Zwei Aufzugskabinen gleiten nahezu geräuschlos durch den Luftraum des Hauses. Zusätzlich wurden barrierefreie Türen und WCs eingebaut und bei allen Tresen- und Shop-Möbeln beispielsweise die Unterfahrbarkeit und Erreichbarkeit für Rollstuhlfahrer berücksichtigt. Doch nicht nur gehbehinderte, sondern auch sehbehinderte Menschen wurden bei den Maßnahmen berücksichtigt. Es wurde ein umfassendes taktiles Leitsystem geplant inklusive taktiler Tür- und Schließfachschilder, Aufzugtaster, Handlaufschilder an Treppen und taktiler Bodenindikatoren. Grundsätzlich wurde auf starke Kontraste gesetzt – unter anderem leitet das in die Holzdecke integrierte Leuchtband im Erdgeschoss die Gäste vom Haupteingang durch das Foyer bis hin zum Museumsraum.
Neben den Inklusionsmaßnahmen gab es auch räumliche Umstrukturierungen. Zum einen entstand im Erdgeschoss ein neuer Besprechungsraum, zum anderen wurde die Eingangssituation neu gestaltet. Im Foyer des Erdgeschosses entstand ein deutlich größerer, zusammenhängender Raum, durch den die Besucher intuitiv zum Tickettresen und dann weiter zum Museumsraum geleitet werden. Auch das dem Kinosaal vorgelagerte Foyer im Untergeschoss wurde umstrukturiert und gestaltet. Eine größere zusammenhängende Fläche kann ab jetzt für Veranstaltungen genutzt werden. Der Raum wurde allseitig mit einer Holzlamellenverkleidung versehen, sodass Holz, Sichtbetondecken und der geschliffene Estrich des Bodens eine Symbiose eingehen. Durch die hellen Materialien entsteht eine angenehme Atmosphäre, die zum Verweilen an der neuen Bartheke einlädt, welche unterhalb der hölzernen Treppenkonstruktion integriert wurde.
Der Anspruch von Herrmann+Bosch Architekten war, alle gestalterischen Fragen des Projekts im Dialog mit dem Bestand zu beantworten. Somit zeichnet sich der Umbau durch behutsame und wohl bedachte Eingriffe aus, wodurch Änderungen und Ergänzungen als selbstverständlich wahrgenommen werden. Nur wenige Schnittstellen zwischen Neu und Alt sind bewusst akzentuiert worden – beispielsweise der geschliffene Sichtestrich, der sich im Kontrast zum Holz deutlich als neues Material absetzt.


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Neuausrichtung LVR-LandesMuseum, Bonn

Neuausrichtung LVR-LandesMuseum, Bonn

Alle Ebenen des Museums sind nun durch einen freistehenden, gläsernen Aufzug barrierefrei verbunden. Wie eine gläserne Vitrine steht er mitten im Luftraum des Hauses. Zwei geschlossene Aufzugskabinen gleiten nahezu geräuschlos durch den Raum.

Das untere Foyer ist nun allseitig mit einer Holzlamellenverkleidung versehen. Holz, Sichtbetondecken und der geschliffene Estrich des Bodens gehen eine Symbiose ein.


Bauen im Bestand, Kultur
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  • Bauherr: Landschaftsverband Rheinland
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Bereits 2003 wurde das LVR LandesMuseum Bonn von dem Stuttgarter Architekturbüro Herrmann+Bosch Architekten in Zusammenarbeit mit Atelier Lohrer und Atelier 77 erfolgreich saniert und erweitert. Anlässlich seines 200-jährigen Bestehens wurde das Museum 2020 erneut von Herrmann+Bosch Architekten umgebaut. Von besonderer Bedeutung waren für den Bauherren – den Landschaftsverband Rheinland – dabei alle Aspekte der Inklusion. Daneben gab es auch einige räumliche Umstrukturierungen im Erd- und Untergeschoss, wodurch die Foyers und der Eingangsbereich an Attraktivität gewonnen haben.
Die wichtigste Maßnahme im Sinne der Inklusion war der Einbau eines Aufzuges, der alle Ebenen bis hoch zur Dachterrasse barrierefrei verbindet. Wie eine gläserne Vitrine steht er unübersehbar mitten im Gebäude. Zwei Aufzugskabinen gleiten nahezu geräuschlos durch den Luftraum des Hauses. Zusätzlich wurden barrierefreie Türen und WCs eingebaut und bei allen Tresen- und Shop-Möbeln beispielsweise die Unterfahrbarkeit und Erreichbarkeit für Rollstuhlfahrer berücksichtigt. Doch nicht nur gehbehinderte, sondern auch sehbehinderte Menschen wurden bei den Maßnahmen berücksichtigt. Es wurde ein umfassendes taktiles Leitsystem geplant inklusive taktiler Tür- und Schließfachschilder, Aufzugtaster, Handlaufschilder an Treppen und taktiler Bodenindikatoren. Grundsätzlich wurde auf starke Kontraste gesetzt – unter anderem leitet das in die Holzdecke integrierte Leuchtband im Erdgeschoss die Gäste vom Haupteingang durch das Foyer bis hin zum Museumsraum.
Neben den Inklusionsmaßnahmen gab es auch räumliche Umstrukturierungen. Zum einen entstand im Erdgeschoss ein neuer Besprechungsraum, zum anderen wurde die Eingangssituation neu gestaltet. Im Foyer des Erdgeschosses entstand ein deutlich größerer, zusammenhängender Raum, durch den die Besucher intuitiv zum Tickettresen und dann weiter zum Museumsraum geleitet werden. Auch das dem Kinosaal vorgelagerte Foyer im Untergeschoss wurde umstrukturiert und gestaltet. Eine größere zusammenhängende Fläche kann ab jetzt für Veranstaltungen genutzt werden. Der Raum wurde allseitig mit einer Holzlamellenverkleidung versehen, sodass Holz, Sichtbetondecken und der geschliffene Estrich des Bodens eine Symbiose eingehen. Durch die hellen Materialien entsteht eine angenehme Atmosphäre, die zum Verweilen an der neuen Bartheke einlädt, welche unterhalb der hölzernen Treppenkonstruktion integriert wurde.
Der Anspruch von Herrmann+Bosch Architekten war, alle gestalterischen Fragen des Projekts im Dialog mit dem Bestand zu beantworten. Somit zeichnet sich der Umbau durch behutsame und wohl bedachte Eingriffe aus, wodurch Änderungen und Ergänzungen als selbstverständlich wahrgenommen werden. Nur wenige Schnittstellen zwischen Neu und Alt sind bewusst akzentuiert worden – beispielsweise der geschliffene Sichtestrich, der sich im Kontrast zum Holz deutlich als neues Material absetzt.


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