Johann-Peter-Hebel-Schule
Bauen im Bestand, Bildung, Holzbau, Nachhaltiges Bauen

  • Verfahrensart: VgV-Verfahren
  • Bauherr: Stadt Tuttlingen
  • Nutzung: Bildung
  • Standort: Tuttlingen

Aufgrund des stetig wachsenden Platzbedarfs wird die Johann-Peter-Hebel-Schule in Tuttlingen – ein sonderpädagogisches Bildungs- und Beratungszentrum – erweitert. So können in Zukunft alle Jahrgänge an einem zentralen Ort vereint werden. Das Bestandsgebäude wurde bereits in der Vergangenheit erweitert und setzt sich aus drei Gebäudeteilen unterschiedlicher Baujahre zusammen.

Der Entwurf für die Erweiterung der Johann-Peter-Hebel-Schule umfasst den Rückbau des bestehenden eingeschossigen Gebäudeteils im Norden bis auf dessen Bodenplatte, da die bestehende Konstruktion nicht aufgestockt werden kann. Künftig entsteht hier ein zweigeschossiger Ersatzneubau auf der bestehenden Bodenplatte. Der jüngere Gebäudeteil im Südwesten kann aufgrund seiner geeigneten Tragstruktur um ein Geschoss aufgestockt werden.
Die einzelnen Geschosse werden in kleinere Nutzungseinheiten eingeteilt und erhalten eine eigene Mitte – den „Marktplatz“. Die großzügigen Gemeinschaftsflächen dienen nicht nur als Pausentreffpunkte, sondern bieten auch Raum für informellere Unterrichtseinheiten.

Die Planung der Erweiterungsbauten war maßgeblich von dem Ziel geprägt, die besonderen Bedürfnisse der Schülerinnen und Schüler bestmöglich zu berücksichtigen. So entstehen insbesondere flexibel nutzbare Flächen und Zwischenräume. Aufweitungen der Flure und gemeinsame Marktplätze vor Klassenzimmern ermöglichen einen differenzierten Unterricht in kleineren und größeren Gruppen. Die optimale Orientierung im Gebäude wird zum zentralen Innenraumkonzept, indem die bestehende Aula als Mittelpunkt der Schule weiterentwickelt wird und in Zukunft die intuitive Verbindung zwischen bestehendem Erdgeschoss und neuem Obergeschoss darstellt.

Holzkonstruktion

Der zweigeschossige Erweiterungsbau sowie die Aufstockung werden als klar strukturierte Holzkonstruktion ausgebildet. Rippen- und Deckenelemente aus Brettschichtholz und Brettsperrholz prägen das räumliche Erscheinungsbild. Tragende Elemente, Verbindungen und Fügungen werden nicht verborgen, sondern als integraler Bestandteil der architektonischen Gestaltung gezeigt. Dadurch wird die Bauweise selbst zum Teil des pädagogischen Konzepts: Schülerinnen und Schüler können die Struktur des Gebäudes erkennen und deren konstruktive Logik nachvollziehen.

Zirkularität, Langlebigkeit, Ressourcenschonung

Die neu hinzugefügten Gebäudeteile folgen einem additiven Fügungsprinzip, welches eine zukünftige Demontage und Wiederverwendung der Bauteile ermöglicht. So wird zum Beispiel der Fußbodenaufbau demontierbar aufgebaut oder die Installationen der Haustechnik getrennt von Ausbau und Tragwerk geführt.

Ein schonender Umgang mit dem Bestand war neben dem Einsatz nachwachsender Rohstoffe wie Holz und Lehm zentral für den Entwurf. So wurde der bestehende Stahlbetonkern im Erdgeschoss in die neue Struktur integriert und funktional erweitert. Auch das Untergeschoss und die bestehende Bodenplatte bleiben erhalten und werden punktuell ergänzt. Die Gründung der neuen Bauteile erfolgt über Mikropfähle, die eine behutsame und ressourcenschonende Anbindung an den Bestand ermöglichen. Das zentrale Auladach bleibt ebenso als prägendes Element erhalten und bildet in Zukunft das neue Herz der Schule. Gleichzeitig werden intakte und gestaltprägende Elemente aus dem Bestandsgebäude im neuen Gebäude an anderer Stelle wiederverwendet (u. a. werden Außenfassaden zu Innenwänden; Wandverkleidungen zu Möblierung), was sowohl die Gestaltung und die Ressourcen des Vorhandenen würdigt, als auch die materielle, taktile und gestalterische Brücke zwischen Bestand und Neubau schlägt.

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Johann-Peter-Hebel-Schule

Aufgrund des stetig wachsenden Platzbedarfs wird die Johann-Peter-Hebel-Schule in Tuttlingen – ein sonderpädagogisches Bildungs- und Beratungszentrum – erweitert. Die Planung der Erweiterungsbauten war maßgeblich von dem Ziel geprägt, die besonderen Bedürfnisse der Schülerinnen und Schüler bestmöglich zu berücksichtigen.

Wesentliche Nachhaltigkeitsaspekte wurden berücksichtigt. Der maximale Erhalt des Bestands ist neben dem Einsatz nachwachsender Rohstoffe sowie einem additiven Fügungsprinzip zentral für den Entwurf.

Intakte und gestaltprägende Elemente aus dem Bestandsgebäude werden im neuen Gebäude wiederverwendet, was sowohl die Gestaltung und die Ressourcen des Vorhandenen würdigt, als auch die materielle, taktile und gestalterische Brücke zwischen Bestand und Neubau schlägt.


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